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KMK
27. Mai 2010 (19:00 Uhr - 20:00 Uhr)
Der Jesus-Skandal. Ein Liebermann-Bild im Kreuzfeuer der Kritik
mit Tina Mader
"Ein schielender Judenknabe im schmutzigen Kittel mit rothem Haar und mit Sommersprossen, verhandelt, ja handelt mit übelriechenden gemeinen Schacherjuden in schmutzigen Säcken und Gebetsmänteln", wetterte das Christliche Kunstblatt 1879 über das auf der Internationalen Kunstausstellung in München gezeigte Gemälde "Der zwölfjährige Jesus im Tempel" des Berliner Malers Max Liebermann.
Das Motiv des Anstoßes war die Darstellung des zwölfjährigen Jesus als dunkelhaarigem, körperlich robustem und barfüßigem Judenjungen, der im Tempel von Jerusalem selbstbewusst die verdutzten greisen Schriftgelehrten unterweist. Liebermann habe sich zu weit von der traditionellen Darstellungsweise des göttlichen Heilandes und dessen geistiger Überlegenheit entfernt. Die antisemitisch gefärbten Vorwürfe übersahen großzügig, dass Liebermann ein Leben als assimilierter Jude führte und dass es ihm in seiner künstlerischen Intention um eine möglichst realistische Darstellungsweise ging.
In der Ausstellung wird das von Liebermann letztlich übermalte Skandalgemälde neben Werken des gleichen Themas von Albrecht Dürer über Rembrandt bis Adolph Menzel präsentiert. In der Führung wollen wir uns aber auch seine erhalten gebliebenen Skizzen, Ölstudien und zeithistorische Dokumente ansehen - sowie jene Schmäh- und Hetzartikel, die den Angriff auf diesen berühmten Neuerer der Malerei vor Augen führen.
FÜHRUNG Der Jesus-Skandal
MODERATION Tina Mader
TERMIN Donnerstag, 27. Mai 2010, 19-20 Uhr
ORT Rotunde im Altbau
KOSTEN 3 € pro Person (inklusive Museumseintritt)
KEINE ANMELDUNG ERFORDERLICH